Heilpraktikerin                  Stefanie Dahlhoff

Mikrobiologische Therapie

Die mikrobiologische Therapie wird auch als „Symbioselenkung“ oder im allgemeinen Sprachgebrauch als „Darmsarnierung“ bezeichnet. Es handelt sich hierbei um eine Therapie zur gezielten positiven Beeinflussung des Immunsystems. Grundlage ist der Gedanke, dass der Darm für die Gesundheit des Menschen von größter Bedeutung ist. In seiner Schleimhaut (und in anderen Schleimhauten des Körpers) finden sich über 500 verschiedene Arten von Bakterien und Mikroben, die die so genannte „Darmflora“ bilden und mit dem Organismus in einer Symbiose (= Zusammenleben zum gegenseitigen Nutzen) leben. Diese Symbiose sorgt im Darm für den „ordnungsgemäßen“ Ablauf vielfältiger Stoffwechselvorgänge und ein intaktes Immunsystem. 

Wird die physiologische Darmflora langfristig gestört, kann sich eine so genannte „Dysbiose“ entwickeln. Sie liegt vor, wenn das Gleichgewicht zwischen „nützlichen“, gesunden Keimen und schädlichen Keimen gestört wurde. Ursachen hierfür können z. B. sein: 

  • Chronische Darmerkrankungen,  z.B. Colitis ulcerosa, Divertikulitis
  • Darminfektionen, z. B. durch krankmachende Bakterien, Viren, Pilze, Parasiten
  • Fehl- und Überernährung, z.B. durch stark fett- oder zuckerhaltige Lebensmittel
  • Magen-, Leber-, Galle- oder Bauchspeicheldrüsenerkrankungen
  • Medikamente , v.a. Antibiotika oder Kortison
  • Psychische Faktoren z.B. Stress
  • Umweltbelastung, z.B. durch Schwermetalle

Die Anzeichen einer Dysbiose sind unspezifisch und können sich entweder direkt am Verdau-ungssystem zeigen, z.B. durch: 

  • Bauchschmerzen
  • Blähungen
  • Durchfall
  • Übelkeit und Erbrechen
  • Unverträglichkeit von Nahrungsmitteln und Allergien
  • Verstopfung
  • Völlegefühl
  • Hautirritationen
  • Infektanfälligkeit
  • Heißhungerattacken
  • Kopfschmerz
  • Müdigkeit
  • Leistungsminderung u.v.m.

Die Diagnose einer Dysbiose erfolgt über eine Stuhlanalyse im Labor, die je nach Beschwerde-bild entsprechende Parameter beinhaltet.

  • Florastatus mit Differenzierung einzelner Keimarten
  • Verdauungsrückstände und Verdauungsfunktion
  • Entzündungsparameter

Je nach Befund können weitere Analysen sinnvoll sein, beispielsweise wenn ein allergisches Geschehen oder Nahrungsmittelunverträglichkeiten vermutet werden. 

Behandelt werden Dysbiosen mittels Gabe von medizinischen Probiotika (speziellen Arzneimitteln), hergestellt aus lebenden und/oder abgetöteten Mikroben, ihrer Zellwandbestandteile und/oder ihrer Stoffwechselprodukte. Auch kommen hier pflanzliche und Vitalstoffpräparate zum Einsatz.

Mikrobiologische Präparate können oral (über den Mund), percutan (über die Haut) oder als Injektion gegeben werden. Da es eine Vielzahl von Präparaten mit unterschiedlicher Wirkung und Inhaltsstoffen gibt, sind das ausführliche Gespräch und die Untersuchung durch den Heilpraktiker, eine genaue Stuhlanalyse im Labor und die Erstellung eines individuellen Therapieplans unerlässlich für den Erfolg der Behandlung. Dementsprechend sind auch die Art der Gabe, Dosierung und Anwendungsdauer individuell unterschiedlich.

Eine Darmsarnierung mit Hilfe der mikrobiologischen Therapie kann sinnvoll sein z.B. bei:

  • Abwehrschwäche und Infektanfälligkeit
  • Akuten und chronischen Infekten , bes. des Atem-, Verdauungs- und Urogenitaltraktes
  • Allergien und Nahrungsmittelunverträglichkeiten
  • Chronischer Müdigkeit und Leistungsabfall
  • Hauterkrankungen, z.B. Ekzeme, Neurodermitis, Akne
  • Parodontose und Zahnfleischentzündungen
  • Vorangegangener Behandlung mit Medikamenten wie
     Antibiotika, Kortison, Immunsuppressiva, Chemo- oder Strahlentherapie

Bei Kindern hat sich die mikrobiologische Therapie vor allem bei häufig wiederkehrenden Infekten des Atem- und Verdauungstraktes bewährt.